Sabin Tambrea

Sabin Tambrea

Sabin Tambrea Geboren 1984 in Rumänien wuchs er in einer Künstlerfamilie auf, beide Eltern sind Orchestermusiker und entflohen dem Ceausescu-Rumänien in die Bundesrepublik. Der Weg in Richtung Musik lag da nahe und so lernte er ab dem vierten Lebensjahr die Kunst des Violinenspiels, dann auch die Viola und nahm an Wettbewerben Jugend musiziert teil und belegte mehrfach erste Plätze. Trotz der Erfolge zog es ihn zur Schauspielkunst und ab 2006 begann er ein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.

Schon während des Studiums wurde er für Claus Peymanns viel beachtete Inszenierung von Wedekinds FRÜHLINGS ERWACHEN (2009) besetzt und dieser ersten Zusammenarbeit sollten vier weitere Arbeiten folgen, die ihren Abschluss mit Peymanns letzter Inszenierung in seiner Intendanz mit FRIEDRICH VON HOMBURG (2017) fand. 

Tambrea arbeitete am Berliner Ensemble mehrfach mit Robert Wilson u.a. in LULU, als Jack the Ripper und Peter in PETER PAN. Katharina Thalbach inszenierte mit ihm WAS IHR WOLLT und IM DICKICHT DER STÄDTE. In dreizehn Inszenierungen gehörte er zu den prägenden, jungen Schauspielern der letzten zehn Jahre am Berliner Ensemble.

Der Film und das Fernsehen wurden auf diesen charismatischen Schauspieler schnell aufmerksam. Eine Episodenhauptrolle im POLIZEIRUF 110 (2009) war die erste TV-Arbeit, im Kino gab er sein Debüt in Christian Schwochows DIE UNSICHTBARE (2011). Dann kam eine „märchenhafte Rolle“, denn er wurde als legendärer bayerischer König LUDWIG II (2012) besetzt und setzte sich gegen weit über dreihundert andere Schauspieler durch. Seine Darstellungskunst, den verspielt-romantischen jungen Bayernkönig nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, sondern als tragische, an der Zeit und den Umständen scheiternden Monarchen zu spielen, ließen ihn u.a. den Bayerischen Filmpreis und den New Faces Award gewinnen.

Eine Aussage Tambreas beschreibt ganz gut seine Sichtweise, sich den Aufgaben zu stellen, auch wenn sie anfänglich mühsam erscheinen: Auf die Frage ob er reiten kann, antwortete er „ja, ich kann reiten – muss es nur noch lernen“. 

Mit der Neuverfilmung des DDR-Epochenromans NACKT UNTER WÖLFEN (2015) zeigte er auf sehr einprägsame Weise seine Fähigkeit diabolisch, ja kälteschockartig zu spielen. Er gab den SS-Untersturmführer Reineboth, einen distinguierten Mann mit Handschuhen und Gehstock, immer deutsch-korrekt daher schreitend, immer kalt im Ausdruck, der sich dann mit einer Legende zum flüchtigen Häftling klassifiziert. Wie er das spielt, lässt den Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren. Im österreichischen Film MA FOLIE (2015) zeigte er sich als Liebender, dessen Leidenschaft paranoide Züge annahm, in KU-DAMM 56 (2016) war er ein sich dem Lebensentwurf des strengen, patriarchischen Vaters verweigernder junger Mann.

Immer wieder wirkt er in historischen Filmen mit, ob DAS GEHEIMNIS DER HEBAMME (2016) oder JACK THE RIPPER (2016).

Unlängst stand er für das große US-Serienprojekt BERLIN STATION, produziert von Paramount vor der Kamera, derzeit dreht er den letzten Fall von BELLA BLOCK, die Märchenverfilmung RÜBEZAHL ebenfalls für das ZDF und im Sommer geht es in das Jahr 1959 mit KU-DAMM 59.