Sebastian Urzendowsky

Sebastian Urzendowsky

Sebastian Urzendowsky wurde 1985 in Berlin geboren und steht bereits seit Kindertagen vor Film- und Fernsehkameras sowie auf Bühnen.

Sein Debüt gab er als Achtjähriger im TV-Film BABYSITTER. Er erregte erstmals größere Aufmerksamkeit mit seiner Darstellung des Tobias in PAUL IS DEAD (2000), dem Regie-Debüt von Hendrik Handloegten über ein vermeintliches Komplott um Leben und Tod von Paul McCartney. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte er in Dominik Grafs Berlinalebeitrag DER FELSEN.

In der dokumentarisch erzählten Geschichte um den Kindermörder Jürgen Bartsch, EIN LEBEN LANG KURZE HOSEN TRAGEN, spielte er Bartsch als Minderjährigen.

Es folgten Rollen in LICHTER (2004) und im TV-Zweiteiler IM SCHATTEN DER MACHT, einem Film über die Guillaumeaffäre und den Rücktritt Willy Brandts. Urzendowsky spielte Guillaumes Sohn Pierre.

Ein Film aber brachte ihn schlagartig ins Bewusstsein von Branche, Presse und Publikum: PINGPONG (2006), Matthias Luthardts einprägsam-genaues Porträt einer Familie. Als Paul, der seinen Vater verlor, dem Angebot von Onkel und Tante zu ihnen zu kommen, nachkommt, bricht das Familienidyll zusammen.

In DIE FÄLSCHER von Sebastian Ruzowitzky überzeugte er die Nazis als KZ-Häftling Koyla Karloff mit besonderen Fähigkeiten und wurde schnell zum Mitglied einer Fälscherwerkstatt, das den Verbrechern des Dritten Reichs unfreiwillig dienen musste. Der Film erhielt am 24. Februar 2008 den OSCAR als Bester Fremdsprachiger Film.

In GUTER JUNGE unter der Regie von Thorsten C. Fischer spielt er einen jugendlichen Pädophilen, der mit sich und seinen Gefühlen umgehen muss.

Im Frühjahr 2008 stand er im Elsass für ES KOMMT DER TAG vor der Kamera. Erzählt wird von einer ehemaligen Terroristin, die sich eine bürgerliche Existenz aufgebaut hat und nun von der Vergangenheit heimgesucht wird.

Für seine schauspielerischen Leistungen erhielt er den MAX OPHÜLS-PREIS als "Bester Nachwuchsdarsteller". Die Juryentscheidung wurde so begründet: "Skurrile Charaktere bringt er auf den Punkt, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugegeben. Einsamen Sonderlingen vermag er psychologische Tiefe zu geben, so dass der Zuschauer ihnen in die Seele schaut ".

BERLIN 36 startete am 10. September 2009 in den deutschen Kinos. Urzendowsky spielt hier einen jungen Hochspringer, den die Nazis dazu zwingen, als Frau anzutreten.

Er gehörte außerdem zum internationalen Cast von THE WAY BACK von Peter Weir. Hier spielte er mit Jim Sturgess, Colin Farrell und Ed Harris. Der Film startete am 30. Juni 2011 in Deutschland.

Für DER TURM (nach Uwe Tellkamps Roman) stand er im Herbst und Winter 2011/2012 vor der Kamera. Christian Schwochow führte Regie, TeamWorx produzierte für die ARD. Der Film war ein außerordentlicher Erfolg und wurde u.a. mit dem BAMBI für das Ensemble der Hauptdarsteller, zu dem Sebastian Urzendowsky gehörte, ausgezeichnet. Es folgte der Grimme-Preis 2013, der neben Jan Josef Liefers und Claudia Michelsen auch Sebastian Urzendowsky verliehen wurde.

In letzter Zeit wirkte er vor allem in internationalen Produktionen, wie dem französischen Kinofilm EINE JUGENDLIEBE oder der ungarischen Produktion LAND OF STORMS in Hauptrollen mit. Im Herbst 2013 kehrte er als Jascha im KIRSCHGARTEN auf die Bühne zurück.

Ein außergewöhnliches Fernsehprojekt ist MITTEN IN DEUTSCHLAND: NSU (für die ARD). Urzendowsky spielt Uwe Böhnhardt, einen der drei mutmaßlichen NSU-Täter. Vor allem im ersten Film DIE TÄTER: HEUTE IST NICHT ALLE TAGE steht er mit Anna Maria Mühe (als Beate Zschäpe) und Albrecht Schuch (als Uwe Mundlos) im Mittelpunkt der Geschichte. Der Film löste ein großes Echo aus und Urzendowsky wird für seine beeindruckende schauspielerische Leistung mit dem GRIMME-Preis 2017 ausgezeichnet.

Schauspielagentur: hoestermann.de